• © Hanna Karstens

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  • © Kathrin Hinneburg-Heiwolt

Stadtbereich Süd-Bergedorf

„Bitte kommen Sie wieder!“   

In der Bergedorfer Zeitung erschien Anfang Februar ein Artikel zur neuen Förderklasse Jazz Rock Pop im Stadtbereich Süd Bergedorf. Den hatte  die Leiterin der Sozialen Betreuung vom CURA-
Seniorencentrum Bergedorf, Marion Taruttis, gelesen und anschließend Kontakt zur JMS aufgenommen. Sie interessierte sich für Auftritte von Schülerinnen und Schülern der JMS im Seniorencentrum  – unabhängig von Alter und spielerischem Können. Jeglicher musikalischer Besuch sei herzlich willkommen, ebenso würde sie sich über Tanzdarbietungen von Schülern freuen. 

In einem Telefongespräch beschrieb sie Auftrittsmöglichkeiten in der Cafeteria der Einrichtung oder im Foyer des alten Bergedorfer Krankenhauses, dessen Gebäudekomplex ebenfalls zur Einrichtung gehört. Und schon bald sollte dieser Kontakt mit Leben gefüllt werden:

Für den 28. Februar war eigentlich ein Stadtbereichsvorspiel in Bergedorf geplant. Wegen zahlreicher Krankheitsfälle der beteiligten Schüler mussten wir es leider kurzfristig absagen. Da kam mir die Idee, das Schülervorspiel nach den Märzferien in der Senioreneinrichtung nachzuholen, damit die Schüler ihre erarbeiteten Stücke doch noch aufführen konnten. Ich rief Frau Taruttis an, sie fand die Idee prima und der Nachmittag des 28. März als neuer Termin für das nachgeholte Stadtbereichsvorspiel stand blitzschnell fest. 

Wir verabredeten uns spontan zu einer Ortsbegehung. Ich sah mir die Cafeteria und das Foyer an – das Seniorenzentrum liegt in fußläufiger Nähe unseres Stadtbereichsbüros – und lernte die Leiterin der Sozialen Betreuung des Zentrums nun auch persönlich kennen. Wir besprachen nicht nur das Schülervorspiel, sondern entwickelten auch weitere Ideen für eine mögliche Zusammenarbeit: ein Klavierabend für die Bewohnerinnen und Bewohner, Konzerte in der Cafeteria, Mitwirkung beim Sommerfest der Einrichtung eventuell mit dem hauseigenen Chor, den CURA Lerchen. Frau Taruttis berichtete, dass sie selbst zum März die Einrichtung verlassen werde, dass sie ihre Nachfolgerin im Amt, Frau Hesse, jedoch schon eingebunden habe und so der neu entstandene Kontakt weitergeführt werde.

Unser kleines, aber feines Nachmittagskonzert wurde zu einer gelungenen Auftaktveranstaltung, bei der auch einiges Improvisationstalent gefragt war. 

Beteiligt waren Schülerinnen und Schüler von den JMS Lehrkräften Claudia Engelhardt-Rasch (Violine) und Nathan Steinhagen (Klavier).

Das E-Piano stand auf einem Tisch, die Stühle waren zu niedrig, sodass die Klavierschülerinnen, die begleitende Mutter, Frau Sartig, sowie Frau Engelhardt-Rasch einfach auf den Lehnen von umgedrehten Stühlen Platz nahmen.

Eine Schülerin von Claudia Engelhardt-Rasch hatte sich noch kurzfristig am Nachmittag entschieden mitzuwirken, war also spontan dazu gestoßen und trat mit einem Satz aus Oskar Riedings Violin-Konzert auf, begleitet von ihrer Lehrerin am E-Piano. Ebenso hatte eine ältere Schülerin am Nachmittag erstmalig die 2. Stimme eines Stücks gespielt, die sie nun zusammen mit dem jüngsten Teilnehmer Bo und dessen Mutter am Klavier spielte. Diese Premiere war musikalisch absolut gelungen. 

Aufmerksam lauschten die Zuhörer den Schülervorträgen. Einer Seniorin entwich zwischen zwei Beiträgen seufzend ein „Schön!“, das allen Anwesenden ein Schmunzeln auf das Gesicht zauberte. Die Schüler musizierten mit Freude und großer Lockerheit und steckten damit die Anwesenden an. 

Als ich mich nach dem gelungenen Vorspiel dafür bedankte, dass wir in der Einrichtung zu Gast sein durften, rief ein Herr aus dem Publikum. „Wir haben zu danken! Bitte kommen Sie wieder!“

Was für ein schönes Erlebnis – für die Schülerinnen und Schüler, für die zuhörenden Senioren und ihre Betreuer, für die Kollegen der JMS und mich! Das ist der Grund, warum wir unsere Arbeit so gerne tun – die Freude an der Musik und deren Wirkung auf Menschen. Wir kommen gerne wieder!

Dr. Susanne Farwick, 

Leitung des Stadtbereichs Süd-Bergedorf