• © Hanna Karstens

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  • © Kathrin Hinneburg-Heiwolt

Die Singende Grundschule auf Kampnagel

Die ganze Schule singt – jedes Kind, jede Klasse, jede Woche. Das ist die Idee hinter der Singenden Grundschule, dem neuesten Unterrichtsangebot der Staatlichen Jugendmusikschule für den Ergänzungsunterricht an Schulen. Mit der Grundschule am Stübenhofer Weg in Kirchdorf Süd, als der ersten teilnehmenden Schule, konnte aus dieser Idee Wirklichkeit werden.

Seit 2016 findet jeden Montag und Dienstag das Singen Einzug in den Schulalltag der Ganztagsschule. Jahrgangsweise finden sich die Klassen für 60 Minuten mit ihren Lehrkräften im Musikraum ein, um gemeinsam zu singen. Das sind dann schon mal bis zu 60 Kinder in einer Schulstunde. Es gibt Begrüßungslieder, Warm-Ups, ein Einsingen und natürlich Kanons und andere Lieder. Einige Lieder werden im Laufe des Schuljahres immer wieder gesungen, einfach weil die Kinder sie so schön finden. Neben den „Evergreens“ wird aber auch beständig an neuem Repertoire gefeilt. Und weil die ganze Schule teilnimmt, werden einige Lieder mit allen Jahrgängen geprobt und zu Weihnachts-, Sommer- oder sonstigen Schulfesten mit der gesamten Schule gesungen. Um den Lehrkräften ebenfalls Sicherheit zu geben, findet zwei Mal pro Jahr eine extra Fortbildung statt. Denn ohne die tatkräftige Unterstützung der Schulleitung und des Lehrerkollegiums wäre die erfolgreiche Durchführung eines solchen Vorhabens kaum denkbar. Gerade dieser Einsatz und die Einbindung in das Schulleben macht das Projekt so besonders.

Singen macht gute Laune, besonders wenn über 200 Kinder ein Lied anstimmen und die Lehrkräfte ebenfalls mitsingen – ein tolles Gefühl, ein stärkendes Gefühl. Und wenn sich dann der Gedanke einschleicht: „Das klingt ja richtig schön“, spätestens dann ist es Zeit, auch außerhalb der Schule etwas vorzusingen. 

Das Klangfest auf Kampnagel – das passt, da waren sich die Lehrkräfte einig. Es leuchtete aber auch allen ein, dass der Aufwand groß werden würde: Es musste organisiert und kommuniziert werden: Logistische Fragen gewannen an Bedeutung, zum Beispiel wie viele Kinder teilnehmen können, ob einige direkt kommen oder alle zusammen zum Fest fahren, welche Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler an einem Samstag begleiten können, welche Kleidung die Kinder tragen, wie viele Lieder gesungen werden sollen und so weiter und so fort. Außerdem standen zusätzliche Proben und Vorbereitungen an und es wurden sogar extra Plakate als Bühnenrequisiten zu einigen Liedern gemalt.

Dann war es auf einmal soweit: Auf ging es in Richtung Kulturfabrik Kampnagel. Schon von drinnen konnte man die Kinder aus den Jahrgängen eins bis vier und die Lehrkräfte der Grundschule am Stübenhöfer Weg kommen hören. Ein langer Zug mit aufgeregten und strahlenden Gesichtern betrat die noch leere Kampnagel Vorhalle. Die Anreise aus Wilhelmsburg war zwar anstrengend, aber das schien schnell vergessen beim Anblick der vielen Musikinstallationen – zum Beispiel Skulpturen und Alltagsgegenstände. Diese wurden nach einer kurzen Stärkung sofort in Beschlag genommen und ausprobiert- bei jedem Kind klangen sie anders. Die Zeit verging wie im Flug und schon ging es los zur Generalprobe in die Konzerthalle K2. Die Kinder haben gestaunt und gerufen: „Ist das groß, da passen ja ganz schön viele Menschen rein!“ Ob sich der Saal füllen würde Zusammen mit der Leistungsklasse Gesang The Strong Voices unter der Leitung von Marie-Laure Timmich und dem Perkussionsensemble tamtam unter der Leitung von Dirk Iwen begann dann die Generalprobe. 

Das war alles ganz schön aufregend und auch ein bisschen laut und turbulent. Die Bühne war groß, es gab Mikrofone, ein Klavier, Licht- und Soundtechnik. Gerade hatten wir uns eingesungen, unsere Lieder angesungen, die Solistinnen und Solisten hatten sich an das Mikrofon gewöhnt, das Auf- und Abgehen und den Durchlauf besprochen, da wurde es auch schon ernst: Die Reihen füllten sich bis auf den letzten Platz, die Halle war voll und fasste bei Weitem nicht alle Zuschauer.

Das Programm dauerte eine Stunde und die Kinder unserer Singenden Grundschule sangen neben dem Hamburger Liedklassiker An de Eck steit ´n Jung mit´n Tüdelband und dem von mutigen Solistinnen und Solisten vorgetragenen Lied The Lion sleeps tonight noch drei weitere Beiträge. Der Applaus war groß – was für ein erster öffentlicher Auftritt! Was für ein großartiges Projekt!

Müde, aber zufrieden und glücklich machte sich unsere Singende Grundschule in Begleitung einiger Eltern und der so wunderbar unterstützenden Lehrkräfte wieder auf den Rückweg. Wie es war? Aufregend, toll, neu, einmalig und unbedingt zu wiederholen. 

Linda Smailus

Chorleiterin

Die Singende Grundschule