• © Hanna Karstens

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  • © Kathrin Hinneburg-Heiwolt

Fleetenpower – unsere inklusive Band

Seit 11 Jahren besteht unter der Leitung von Annegret Meyer-Riewoldt die Band Fleetenpower an der Jugendmusikschule, eine Band von jungen Menschen mit einer Behinderung.

Fleetenpower © Hanna Karstens

In diesen vielen Jahren hat Frau Meyer-Riewoldt mit Herzblut, außerordentlicher Geduld und großem persönlichem Einsatz aus vielen sehr unterschiedlichen und auch unterschiedlich schwer beeinträchtigten Jugendlichen eine Gruppe von nun jungen Erwachsenen geformt, die sich als Einheit versteht und die, sowohl jede und jeder für sich als auch insgesamt, enorme persönliche und musikalische Fortschritte gemacht haben.

Obwohl nicht per se inklusiv, ist das Ziel Inklusion der Band eingeschrieben: Frau Meyer-Riewoldt hat immer wieder zusätzlich andere, vor allem auch nicht-behinderte Jugendliche und Erwachsene dazu motiviert, mit der Gruppe zu spielen, sie mit Instrumenten zu ergänzen und mit ihr als Fleetenpower and Friends aufzutreten. Das geschah zunächst mehrmals in der Jugendmusikschule, z. B. auch anlässlich von Konferenzen von Musikpädagogen, danach aber vor allem auch außerhalb, z. B. beim Familientag im Hof des Rathauses. Im Juli des vorletzten Jahres haben dann einige Mitglieder der Gruppe an der Nacht des Singens in der Elbphilharmonie teilgenommen und so ein außergewöhnliches Erlebnis gehabt.

Für die einzelnen Gruppenmitglieder, aber auch für die Gruppe als Ganzes hat Fleetenpower einen wichtigen Platz im Leben. Die Bedeutung von Musik für Menschen mit Behinderung kann man nicht hoch genug ansetzen. Sie fördert Ruhe und Konzentration in einer Welt, die für sie oft sehr anstrengend ist; sie ermöglicht ihnen Entwicklungsschritte, die anders nicht möglich wären; sie verbindet sie mit der Außenwelt in einer Weise, die ihnen auf andere Art meist verwehrt ist. Ohne das Angebot der JMS hätten diese jungen Menschen in der Regel keine Möglichkeit, unter musikpädagogischer Leitung und Begleitung aktiv und inklusiv Musik zu machen, da ihre Beeinträchtigung dafür zu stark ist.

Die Bandmitglieder sind in diesen 11 Jahren zusammengewachsen und verstehen sich auch als Gruppe. In Abständen kommen immer wieder jüngere Mitglieder dazu, die integriert werden und von der Erfahrung der älteren Gruppenmitglieder profitieren.

Nicht zuletzt hat die Band Fleetenpower auch eine starke Außenwirkung. Die deutschen Jugendmusikschulen und ihr Verband haben sich ja schon früh, und dann insbesondere mit der Potsdamer Erklärung 2014, auf den Weg der Inklusion begeben und sind damit auch pädagogisch federführend. Sie tragen maßgeblich dazu bei, den Gedanken und die Akzeptanz der Inklusion in der Gesellschaft besser zu verbreiten. Dies bringt diese Gruppe der JMS Hamburg, vor allem mit ihren Auftritten, ganz besonders zum Ausdruck und wirkt damit auch außerhalb der JMS in die Gesellschaft hinein.

Camilla Dawletschin-Linder

Mutter eines Schülers