• © Hanna Karstens

  • © Hanna Karstens

  • © Kathrin Hinneburg-Heiwolt

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser der tonart!

Ich freue mich über Ihr Interesse an der Arbeit der Hamburger Jugendmusikschule!

© Hanna Karstens

Auch diese Ausgabe der Zeitschrift tonart zeigt die Vielfalt und hohe Qualität der Angebote, mit denen die Jugendmusikschule (JMS) einen wichtigen Bestandteil der Musikstadt Hamburg darstellt. Denn die Musikstadt Hamburg definiert sich nicht allein durch die Elbphilharmonie, sondern auch über eine lebendige musikalische Kultur und Bildung in allen Stadtteilen. 

Als Schulsenator, aber auch aufgrund meiner eigenen Erfahrungen als Musiker, möchte ich betonen, dass musische Bildung sehr viel mehr bedeutet, als zu musizieren lernen.

Musikunterricht ist natürlich der erforderliche Weg, musische Kompetenzen zu erwerben und weiter zu entwickeln. Dabei geht es um Noten, um Takt, um Harmonie und Dissonanz, um musische Lernerfolge. Es geht auch darum, das musikalische Empfinden am Instrument zu schulen. Für jede Einzelne und jeden Einzelnen. Aber auch um das musikalische Empfinden in Gruppen, in Bands, in Chören und in Orchestern – also um das Zusammenwirken mit anderen und das soziale Gefüge.

Es geht zudem auch um das Erlernen von Schlüsselkompetenzen, die auch zu einem erfolgreichen Musikunterricht gehören:

  • um Durchhaltevermögen und Fleiß beim Üben,
  • um das Aushalten von Druck und Lampenfieber,
  • um Geduld beim Fehlermachen, um das Schmunzeln, wenn ein Ton hörbar misslang.
  • Es geht um Einfühlungsvermögen, Selbstreflexion und Kritikfähigkeit.
  • Es geht darum, Zusammenhänge zu erkennen – auch von Emotionen, Instrumenten und Mitmenschen.
  • Und es geht um permanente Weiterentwicklung, Neugier am Lernen, um lebenslanges Lernen.
  • Es geht um das Miteinander – beim Musizieren, beim Zusammenspiel, beim Zusammenleben.

Mit ihren Angeboten eröffnet die JMS jährlich über 22.000 Schülerinnen und Schülern einen besonderen Zugang zur musischen Bildung. Sie bietet dieses sowohl in der Leistungsspitze als auch für diejenigen, für die die Aussichten, einmal hier zu der Spitze zu gehören, gar nicht wichtig sind. Die Schülerinnen und Schüler haben Spaß am Musizieren. Sie sammeln vielfältige Erfahrungen und erwerben Kompetenzen, die ihnen im Leben, in der Schule und später im Beruf weiter helfen. Das gilt für alle gleichermaßen. Egal, woher sie kommen, wohin sie wollen, woran sie glauben.

Deswegen ist es mir wichtig, dass die Jugendmusikschule zum Beispiel mit ihrem jamliner® kostenlose Mitmachangebote mit einfachen Zugangsmöglichkeiten bereit hält, dass sie Angebote zum inklusiven Musizieren macht, dass sie mit Kindergärten und Schulen eng zusammenarbeitet. Musik soll auch dort vermittelt werden, wo es zu Hause wenige Anregungen zum Musizieren gibt. 

Die Jugendmusikschule schafft es jedoch, darüber hinaus auch in der Leistungsspitze besondere Erfolge vorzuweisen. Ihre aufbauenden und vernetzten Förderprogramme beginnen im Vorschulalter und reichen bis zum Studieneintritt. Dazu gehören Leistungsklassen, Auswahlensembles und Orchester, Leistungsmotivation in den jährlichen Stufenvorspielen, Förderung von Wettbewerbsteilnahmen und in der Spitze die Förderklasse und die Studienvorbereitenden Ausbildungsklassen für Klassik und Jazz, Rock, Pop.

Ich freue mich über die Erfolge, auf die sie mit Stolz verweisen kann. Unter anderem bestehen über 90 Prozent der Absolventinnen und Absolventen der Studienvorbereitung der Jugendmusikschule auf Anhieb die anspruchsvollen Aufnahmeprüfungen an den Musikhochschulen. Die Schülerinnen und Schüler und die Ensembles der JMS sind bei den Wettbewerben von Jugend
musiziert besonders erfolgreich: im letzten Jahr nahmen 116 an regionalen Wettbewerben, 83 am Landeswettbewerb und 40 am Bundeswettbewerb teil. Oder ein drittes Beispiel: Der Jugend- und der Konzertchor des Mädchenchors gewannen 2018 beim 10. Deutschen Chorwettbewerb in Freiburg den zweiten Platz.

Dieses ist ein Zeugnis dafür, dass es den Lehrerinnen und Lehrern der JMS offensichtlich beides zu vermitteln gelingt: Spaß am Musizieren und mit Fleiß zu lernen und zu üben. Und dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten auch an dieser Stelle ausdrücklich bedanken!

Den Leserinnen und Lesern wünsche ich eine interessante Lektüre und den Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern weiterhin frohes Gelingen.

Ties Rabe,

Senator der Behörde für Schule und Berufsbildung