• © Hanna Karstens - Percussion Day 21.09.2019

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  • © Kathrin Hinneburg-Heiwolt

Mädchenchor Hamburg

Chor an der Staatlichen Jugendmusikschule (JMS) in Kooperation mit dem ASG

Der Mädchenchor Hamburg ist noch nicht so alt wie das ASG oder sein Musikzug – aber seit seiner Gründung im Jahr 2003 an der Staatlichen Jugendmusikschule (JMS) besteht eine enge Verbindung: Circa ein Drittel der Sängerinnen in den beiden älteren Chorgruppen besucht das ASG. Dabei besteht die Chorschule Mädchenchor Hamburg aus insgesamt gut 200 Sängerinnen, die jüngste gerade mal 4 Jahre alt, die älteste 25. Die Chorschule ist unterteilt in verschiedene Alters- und Leistungsstufen, über Vorchöre, Kinderchöre, den Jugend- und den Konzertchor. Geprobt wird am Mittelweg 42.

Durch zweimaliges Proben in der Woche und eine intensive Konzerttätigkeit wachsen die Mädchen in Jugend- und Konzertchor, den beiden ältesten Chorgruppen der Chorschule, zu einer engagierten Gemeinschaft zusammen. Neben unterschiedlichsten Konzertformaten in Hamburg und Umgebung zählen dabei die Begegnungen mit Chören anderer Nationen und Kulturen zum wesentlichen Bestandteil des Mädchenchores Hamburg. Wir durften bereits einen „Joiku“ unter den traumhaft schönen Nordlichtern Lapplands anstimmen, gemeinsam mit dem Chor des SOS-Kinderdorfes in Swaziland traditionelle afrikanische Lieder singen oder uns bei „A Million Dreams“ vom Unichor in Salt Lake City mitziehen lassen. Konzept dieser chorischen Begegnung ist immer auch das gegenseitige Beieinanderwohnen und somit der persönliche Austausch der Sängerinnen. Neben den Reisen haben wir mittlerweile auch die ganz eigene Erfahrung von drei Deutschen Chorwettbewerben gemacht, diese Teilnahmen haben den Chor sehr viel weiter gebracht, die Erfolge und Preise ihn bekannter gemacht. 

Gesa Werhahn,

Künstlerische Leitung

Angels Landing März 2019 – Konzertreise durch Kalifornien, Utah und Arizona

So viele Nächte wie möglich verbringen wir in Gastfamilien. Während einer Reise machen wir immer in mehreren Städten Halt, wodurch wir viele verschiedene Chöre, deren Familien und Alltag kennen lernen. Auf unserer letzten Reise durch die USA war das aufgrund der politischen Situation besonders interessant. Die Religionen haben für die Amerikaner einen hohen Stellenwert. Wir haben drei Tage in Gastfamilien in Salt Lake City, der Stadt der Mormonen, verbracht. An jeder Wand hingen Bilder von Jesus, auf vielen Betten lag als Willkommensgeschenk das `Book of Mormon` und viele der Gastfamilien hatten Kinder, die auf einer `Mission` sind. Hauptsächlich ging es jedoch trotzdem um den musikalischen Austausch. In vielen der Gastfamilien wird abends zusammen mit uns Musik gemacht, wir tauschen uns über die unterschiedlichen Musik-richtungen und Lieder unserer Chöre aus und geben uns gegenseitig haufenweise Komplimente für das gemeinsame Konzert. Besonders in den USA konnte uns das Publikum nicht genug sagen, wie toll sie unsere Performances fanden. Mit solch einer Wertschätzung hatten wir bei den Konzerten noch mehr Spaß, den wir bei all unseren Konzerten sowieso haben. 

Maike Weber, 18 Jahre

Auf unserer Konzertreise durch die westlichen Staaten von Amerika haben wir viele verschiedene Chöre kennenlernen dürfen, sechs große Konzerte gesungen und fünf Workshops angeleitet. Bereits unser erster Partnerchor aus San Francisco sang auf hohem Niveau, wir sangen aber Konzerte auch komplett alleine. Das Publikum war immer sehr beeindruckt von unseren improvisierten Stücken und der gesamten Performance, aber auch das Improvisationsstück von unserem Pianisten Jakob Deiml zählte immer zu einem der Höhepunkte der Konzerte. 

In Salt Lake City hatten wir einen Workshop mit dem Mountain View High School Choir, was bedeutet, dass wir interaktive Aufwärmübungen und Improvisationen gemacht und uns gegenseitig Stücke vorgesungen haben. Nebenbei, auf deren Wunsch, haben wir ihre deutsche Aussprache bei einem ihrer Stücke verbessert, was für beide Chöre sehr amüsant war. Workshops im Allgemeinen machen unfassbar viel Spaß, da man den anderen Chor so viel besser kennenlernt als bei einem Konzert oder einem gemeinsamen Zusammensitzen. Es gibt noch eine andere Art von Workshop, bei dem uns Musikstudenten der Utah Valley University und der University of Arizona dirigiert haben. Sie hatten zuvor ein Stück aus unserem Reiserepertoire vorbereitet und im Rahmen einer Prüfung mit uns geprobt. Es ist jedes Mal wieder eine interessante Erfahrung für den gesamten Chor, wenn wir nicht von Frau Werhahn, sondern von einer uns unbekannten Person dirigiert werden, die dazu allerdings offenen Unterricht von Frau Werhahn bekommt, wodurch auch uns viele feine Unterschiede im Dirigat viel deutlicher werden. 

Der Chor klang bei jedem Dirigenten anders und man bemerkt da wirklich, wie unterschiedlich Dirigenten sind und was das mit dem Chor macht. Diese Art von Workshops ist sehr lehrreich, sowohl für den Dirigenten als auch für den Chor. Weitere Konzerte hatten wir unter anderem noch mit dem Mountain View High School Choir, dem Los Angeles Children`s Chorus und dem Tuscon Girls Choir.

Hanna Landschoof, 15 Jahre

Von unserer Konzertreise in die Weststaaten der USA erinnere ich mich neben all den Konzerten besonders gerne an die unglaublichen Naturerlebnisse wie zum Beispiel den Horseshoe Bend, den Humboldt Redwoods State Park mit gigantischen Bäumen oder an die gigantischen Kakteen im Saguaro National Park. Für mich das beeindruckendste war allerdings die Angels Landing Tour im Zion National Park, nach der die Konzertreise benannt ist. Sie geht über 4,3 Kilometer in eine Höhe von 453 Metern. Dazu hatten wir eisigen Wind und pralle Sonne. Fast der ganze Chor hat den Anstieg gewagt und auch fast der ganze Chor hat bis zum Ende durchgehalten. Nach teilweise vereisten, steilen „Wegen“ mit Abhang auf beiden Seiten war der Ausblick unglaublich, man konnte so weit gucken, dass einem schwindelig wurde. Und trotzdem haben wir noch ein paar Lieder angestimmt, bis wir uns an den ebenso spektakulären Abstieg gewagt haben.

Minna John, 15 Jahre