• © Hanna Karstens

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  • © Kathrin Hinneburg-Heiwolt

MuseForMUSIK – Musik trifft Bildende Künste

MuseForMUSIK ist ein Projekt, das aktiv mit Musik in die Bildende Kunst geht, um Kreativität und musikalische Gestaltungsfähigkeit zu fördern.Die Leitung hat Dr. Sigrun Witt.

© Staatliche Jugendmusikschule Hamburg

In dem Unterrichtsangebot MuseForMUSIK können Schülerinnen und Schüler, die ein Instrument spielen oder singen, Hamburger Kunststätten besuchen und mit ihrer Musik der entsprechenden Formensprache in den Bildenden Künsten begegnen. Agierend, zeichnend und musizierend erfahren sie vor Ort mehr über die verschiedenen Stile und Kunstepochen, aus denen die von ihnen gespielte Musik stammt. 

Dabei gewähren multidimensionale Lernwege den Zugang zu Architektur, Malerei, Mobiliar und Skulpturen, welche der eigenen Kreativität Assoziationsmaterial vermitteln und die eigene musikalische Gestaltungsfähigkeit bereichern.

Das Angebot besteht aus einem Vorbereitungstermin in der JMS und dem Besuch einer Kunststätte, an dem die ganze Familie teilhaben kann. Die Veranstaltungen finden im Mai/Juni und November eines Jahres statt. Das Unterrichtsangebot wird seit 2019 durch die Claussen-Simon-Stiftung gefördert. Für die Schülerinnen und Schüler ist es daher kostenfrei.

Es wird ein Teilnahme-Zertifikat über die besuchten Epochen ausgestellt, das als Nachweis dem Kompetenznachweis Musik beigelegt werden kann.

„Europäische Musikalität hat immer etwas mit Bildung zu tun. Es ist eine Kunstform, die sich über Verständnis erschließt, die eine innere Entwicklung voraussetzt und zur umfassenden Bildung von Menschen Entscheidendes beiträgt.“ Prof. Elmar Lampson, HfMT Hamburg, 2016

Musik trifft Bildende Künste: Architektur, Skulpturen, Malerei und Mobiliar

  • Alice Kremer und Skulptur © Staatliche Jugendmusikschule Hamburg
  • muse for music © Staatliche Jugendmusikschule Hamburg

(M)ein MuseForMUSIK-Vormittag

Samstagmorgen: der große Vorraum des Museums für Hamburgische Geschichte füllt sich. Wer ein Instrument bei sich trägt, den erkennt man gleich. Überhaupt habe ich die meisten vor zwei Tagen schon gesehen, als wir uns im Michael Otto Haus getroffen hatten. Endlich mal Zeit, schöne Kunstwerke zu betrachten und den anderen zuzuhören, ohne dass es ein Konzert ist – Workshop eben. Wir hatten Bücher durchgeblättert, dann wieder hatte jeder etwas von seinem Stück gespielt, wir hatten die Gestaltungsmittel des Barock in Zeichnungen kennengelernt. So entdeckte ich das verschnörkelte Blattwerk im Verlauf meiner Melodiebögen wieder. Verzierungen zu üben finde ich viel schöner, seit ich an die vergoldete Lehne eines Stuhls denke, den Frau Witt mitgebracht hatte. Die besten Künstler hatten sich da vor 250 Jahren so bemüht. Das spornt echt an. Und nun gehen wir in die barocke Ausstellung des Museums. Mir hätte das alles kaum was gesagt, wenn ich die barocken Möbel und Figuren nicht schon beim Vorbereitungstermin gesehen hätte. Zum Beispiel „Symmetrie“ klingt ziemlich exotisch. In einem Raum mit einer verzierten Zimmerdecke kann ich aber auf einmal viel erkennen: alles ist gleichmäßig angelegt, die Verzierungen schmücken ein großes ovales Bild und hängen wie richtige Blätter von oben herab.

Alles ist so harmonisch und ausdrucksvoll. Ich kann mir gerade vorstellen, mein Stück auch so zu spielen... Überhaupt war das ein toller Vormittag, denn alle zusammen waren ein ‚Mitmach-Team’. Und ich gehöre jetzt irgendwie mehr dazu – zu der großen Familie der Künstler... Lena, 16.

Rhoda D., 12 J.

Durch die MuseForMUSIK kann ich mich ein wenig in die damalige Zeit meiner Musikstücke einfühlen.

Hannah K., 15 J.

Man hat durch die Eindrücke in den Workshops die Epochen besser kennengelernt und neue Sachen gelernt und weiß dann eher, wie man sich besser hineinversetzen kann.

Oriel P., 13 J.

Ich verstehe die jeweiligen Komponisten besser und kann nun auch Gebäude, Möbel, Musikstücke und sogar manchmal Bilder mit ihren Bilderrahmen den verschiedenen Epochen zuordnen.

Lydia B., 14 J.

Ich konnte an vielen Stellen die spezifischen Verzierungen der Epochen in den Stücken wiedererkennen.

Dr. Sigrun Witt