• © Hanna Karstens

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  • © Kathrin Hinneburg-Heiwolt

Schneewittchen und Hans“ – Musiktheater für Kinder

Das Singspiel Schneewittchen und Hans präsentierten 41 Kinder, 6-11 Jahre alt, am 3. und am 5. Mai im Miralles Saal am Mittelweg unter der Leitung von Kristina Hansen und Saba Pedük. Besonders die Jüngsten waren mächtig aufgeregt, wohingegen bei den Größeren auch zu hören war: „Ich stehe schon zum 5. Mal auf dieser Bühne.“ Eineinhalb Stunden lang tanzten, sangen und spielten die Kinder, begleitet von  einem kleinen Orchester mit Lehrkräften der JMS.

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„Ich kombinierte zwei Märchen: Schneewittchen und Einer der auszog das Gruseln zu lernen zu einem Singspiel. Zwei zentrale Elemente ziehen sich durch die Geschichte: Das erste ist der Spiegel, der in beiden Märchen eine Rolle spielt, hier aus sieben Metern Stoff und multifunktional einsetzbar als Umhang der bösen Königin und als Menschen einsaugendes Etwas. Das zweite Element sind die Flöten. Schneewittchen erhält als Geschenk von ihrem Vater eine Flöte, die sie immer beschützen soll. Als sie vor der bösen Königin zu den sieben Zwergen in den Wald flieht, lernt sie dort selber Flöten zu bauen. Sie schenkt Hans, der sich im Wald verirrte, solch eine Flöte. Als Hans eine versprochene Verabredung nicht einhält, geht sie mit allen Zwergen, Elfen und Kobolden des Waldes auf die Suche nach ihm. Sie findet ihn im Schloss, wo die böse Königin Hans in den Spiegel befördert hat.

Das gemeinsame Flötenspiel von Hans im und Schneewittchen vor dem Spiegel ist so betörend, dass der Zauber der bösen Königin gebrochen wird.

Eine Probensituation hat mich besonders beeindruckt: Es geht wieder einmal hoch her. Beim großen Showdown und dem Sieg über die böse Königin breche ich plötzlich ab. Was war passiert? Die Kinder auf der rechten Seite der Bühne nicken: „Ja, wir haben die Flöte nicht gehört, deswegen konnten wir auch nicht tanzen! Wir sollen uns doch bewegen, wenn wir sie hören!“ „Genau richtig, woran lag es denn, dass sie nicht gespielt hat?“, war meine anschließende Frage. Schuldbewusste Blicke auf der linken Seite der Bühne. „Wir haben die Flöte ‚zu-getanzt‘!“ Die Kinder waren so in den Tanz und ihre Bewegungen zur Klarinetten- und Geigenmusik vertieft gewesen, dass sie den Musikern den Blick zum Dirigentenpult verdeckten. 

Für mich war diese Probensituation eine Stunde vor Vorstellungsbeginn der Höhepunkt des Jahres, da die Kinder ein beeindruckendes Verständnis für die Komplexität aller Vorgänge auf der Bühne zeigten. Die Orientierung auf diesem großen Bühnenraum,  das gegenseitige Zuhören und  das Aufeinander-Reagieren, das sich Miteinander-Bewegen und Organisieren sind die wesentlichen Skills, die die Kinder erlernen. Das Spielen, Singen und Tanzen ist da fast eher das Mittel zum Zweck.

Was für eine tolle Gruppe! Den rauschenden Beifall am Ende der Vorstellungen haben sich die Kinder redlich verdient.“

Kristina Hansen,

Leiterin Musiktheater für Kinder

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